ÜBER "DAS LAUFEN" - Was bewirkt "Laufen"?

Laufen verbessert in erster Linie folgende Fähigkeiten:

  • der Ermüdung länger zu widerstehen (= Ausdauer) und
  • sich nach Belastungen schneller wieder erholen zu können (= Erholungsfähigkeit).

Fitnesstests zu Ausdauer und Erholungsfähigkeit findest Du hier.

 

Kraft, Beweglichkeit, Schnelligkeit und Koordination werden - in etwas geringerem Maße - ebenfalls verbessert, vor allem bei Menschen die bisher eher wenig sportlich aktiv waren. 

 

Laufen hat vielfältige Auswirkungen. Beeinflusst werden Herz-Kreislauf-System, Atmungssystem, Bewegungsapparat, das autonome (nicht beeinflussbare) Nervensystem (Vegetativum, mit Stoffwechsel, Immun- und Hormonsystem) und die Psyche

HERZ-KREISLAUF- UND ATMUNGSSYSTEM

Die Schlagzahl (Pulsfrequenz) reduziert sich von etwa 60- bis 80 mal pro Minute (bei Ungeübten) auf ca. 40 (manchmal auch noch weniger) bis 60 Schläge in der Minute beim Ausdauerläufer. Die Sauerstofftransportkapazität des Herz-Kreislauf-Systems wird verbessert (Steigerung des Blutvolumens um 0,5 bis einen Liter auf 5 bis 6,5 Liter). Das Herz wird weniger belastet. Ein trainierter Läufer kann mengenmäßig mehr Luft einatmen, als ein untrainierter (4 Liter pro Atemzug gegenüber nur 2,5). Beide Systeme arbeiten wirtschaftlicher und ihre Leistungsreserven werden vergrößert.

BEWEGUNGSAPPARAT

Insgesamt wird die Muskelarbeit wirtschaftlicher (durch Vermehrung und Vergrößerung der Mitochondrien (= Zellkraft-werke), Verbesserung des Enzymbesatzes, Erhöhung des Glykogen- und Fettgehaltes als Energielieferant in der trainierten Muskelzelle. Die Sauerstoffaufnahme sowie das Zusammenspiel der Muskeln und die Durchblutung werden verbessert. Kno- chen, Knorpel, Sehnen und Bänder reagieren mit einer funktionellen Verstärkung und einer erhöhten Belastbarkeit. 

VEGETATIVUM (incl. STOFFWECHSEL, IMMUN- UND HORMONSYSTEM) UND PSYCHE

Die Wirksamkeit von Insulin wird erhöht. Die Infektanfälligkeit wird verringert. Es werden weniger Streßhormone ausgeschüttet. Dadurch werden Belastungssituationen besser toleriert und wird die Erholung und Entspannung des Körpers gewährleistet. Endorphine (= körpereigene, morphiumähnliche Substanz, die ab einer bestimmten Laufdauer oder -intensität freigesetzt wird) werden ausgeschüttet.

 

Damit die genannten positiven Wirkungen eintreten können (und sich nicht in das Gegenteil verkehren), müssen Umfang und Intensität des Lauftrainings richtig (den individuellen Voraussetzungen und der Leistungsfähigkeit entsprechend) dosiert und gesteuert werden (s. Umsetzung des Trainings). Um das zu können, muss man  wissen, wie sich die Anpassung des Körpers vollzieht. Das geschieht nämlich - je nach System - sehr unterschiedlich. Im Körper reagiert zuerst das Vegetativum (und damit Stoffwechsel, Immun- und Hormonsystem). Mehr dazu in einem Video (1:29 Min.). Hormonelle Veränderungen und Endorphine wirken sich sofort auf die Psyche aus. 

<< ÜBER DAS LAUFEN (Übersicht)            /              ^ nach oben ^