2015: Stadtlauf Neumarkt am 20.09.2015 ( vorläufiger Bericht)

Nach einem Leitersturz mit Rippen- und Beckenprellung (vier Wochen vor dem Start) und  1 1/2 Wochen Laufpause hatte ich mich eigentlich schon damit abgefunden, in Neumarkt (wie schon im Vorjahr) verletzungsbedingt wieder nicht starten zu können. Das wiederaufgenommene Training (besonders der Tempolauf 2 1/2 Tage vor dem Rennen) verlief jedoch so gut, dass ich spontan beschloss, doch zu starten. Es wäre auch ohne die Unterbrechung kein optimales Ergebnis geworden, weil ich in diesem Jahr kein Fahrradtraining absolviert habe und keine Intervall-Läufe. Außerdem ist es mir wieder einmal nicht gelungen, mein Gewicht zu reduzieren. Das hält mich jedoch nicht davon ab, es in Neumarkt nochmal zu versuchen.

 

Die Wetterverhältnisse in Neumarkt sind ideal (ca. 13° C und stark bewölkt). Ich habe mir überhaupt keine zeitlichen Vorgaben gemacht und betrachte meine diesjährige Teilnahme als reinen Trainingslauf. Diesmal werde ich wieder beim Schnupperlauf über 5,5 km starten. 

 

Gewohnheitsmäßig laufe ich mich ca.10 Minuten lang warm. Nach etwa 7 Minuten spüre ich so etwas wie eine beginnende Beinschwere, mache mir aber keine Sorgen, weil ich dieses Problem schon seit Monaten nicht mehr hatte.

 

Da ich nicht unter Zeitdruck stehe, genieße das besondere Lauf-Flair, das es so nur in Neumarkt gibt, heute besonders. Diesmal habe ich den Eindruck, es sind etwas weniger Menschen (sowohl Starter als auch Zuschauer) dabei, als bei meinen früheren Läufen. Dennoch tritt dieses Hochgefühl ein, dass es nur hier gibt.

 

Am Start bin ich extrem entspannt mit gefühlsmäßig normalem Ruhepuls. Deswegen vergesse ich auch glatt, den GPS-Empfang auf meiner Uhr rechtzeitig einzuschalten, so dass ein Teil der Strecke nicht aufgezeichnet wird. Aber auch das belastet mich nicht.

 

Schon sehr bald merke ich, dass ich tatsächlich eine Beinschwere habe. Entsprechend langsam komme ich bei den immer stärker werdenden Schmerzen voran. Schon vor der Hälfte der Strecke denke ich ans Aufgeben, was ich aber nur bei einer Verletzung in die Tat umsetzen würde. Ich beisse mich einfach durch. Leider kann ich so die schöne Strecke nicht richtig genießen. Etwa 700 m vor dem Ziel spricht mich ein Läufer, der mich überholt an und macht mir Mut. Tatsächlich läuft es dann die letzten 500 m besser. Meine Beinschwere ist weg, aber das Anlaufen gegen den Schmerz hat so viel Kraft gekostet, dass nur ein sehr verhaltener Endspurt drin ist.

 

Zusätzlich angespornt werde ich durch den Beifall der Zuschauer und der Sprecher meint beim Zieleinlauf, dass das eine gute Leistung gewesen wäre.

 

37 Minuten und 51 Sekunden sind das - für mich - sicher nicht, wenngleich bei schweren Beinen eine Zeit unter 7 Minuten pro Kilometer gar nicht so schlecht ist. Ohne die Bremse durch die Beinschwere wäre ich aber noch mindestens eine Minute pro Kilometer schneller gewesen. Diese Steigerung hebe ich mir für den Stadtlauf in Nürnberg auf, der knapp zwei Wochen später stattfindet.

 

Mich belastet das Ergebnis diesmal nicht. Zum einen habe ich in Neumarkt fast nie ein optimales Ergebnis erzielen können, zum anderen gehe ich davon aus, dass die Beinschwere nur einmalig aufgetreten ist und nicht auf eine Krankheit zurückzuführen ist.


Trotz der Probleme bin ich nach 5,5 km noch relativ frisch und lasse mir das Büffet im Zielbereich (incl. einem alkohohlfreien dunkeln Weizen) besonders schmecken. Es wirkt diesmal besonders reichhaltig, da der Schnupperlauf als erstes gestartet wird und deswegen die Obst- und Kuchenvorräte noch riesig sind.

 

Bei einem regenerativen Training (2 1/2 Tage später) zeigt sich übrigens, das die Beinschwere verschwunden bleibt.