Firmenlauf Nürnberg über 6,0 km am 21.07.2016

Zum zweiten Mal habe ich Gelegenheit, beim Firmenlauf in Nürnberg mitmachen zu dürfen. Das will ich mir nicht entgehen lassen. So melde ich mich gleich am erst Tag intern an und bekomme (als einer der ersten 20) das Laufshirt kostenfrei gestellt. 

 

Die Einladung um Mai war genau der richtige Zeitpunkt, um von meinen Knieproblemen abzulenken und mich dazu zu motivieren, weiter zu machen und wenigstens noch diese letzte Rennen zu bestreiten.

 

2014 hatte die lange Wartezeit vom Startschuss bis zum eigentlich Laufbeginn (ca. 45 Minuten) für einen negativen Gesamteindruck gesorgt, weswegen sich jetzt insgesamt nur insgesamt 40 Kolleginnen und Kollegen angemeldet haben. Diesmal wohl nur die Trainierten, während beim letzten Mal auch viele Untrainierte dabei waren.

 

Ich hatte insgesamt 8 (statt der sonst üblichen 6) Wochen trainiert. Allerdings ohne Intervall- und Tempoläufe. Das bewusst, weil ich die Gefahr einer Überlastung meines angeschlagenen linken Knies so vermeiden wollte. So konnte ich 6 Wochen völlig beschwerdefrei trainieren. Erst in den letzen zwei Wochen trat - bei bestimmten Bewegungen - gelegentlich ein kurz einschießender Schmerz auf. Zu einer Entzündung mit richtigen Schmerzen kam es nie, so dass ich das Training problemlos weiterführen und beenden konnte.

 

Am Renntag fühle ich mich absolut fit ohne Probleme irgendwelcher Art. Auch wenn ich wegen falscher Einschätzung der Anfahrtszeit stark verspätet (erst 20 Minuten vor dem Start) am Frankenstadion in Nürnberg eintreffe, lasse ich mich nicht aus der Ruhe bringen. Nach  dem ich die Regulierung meines Flüssigkeitshaushaltes beendet begebe ich mich (als Ersatz für das fehlende Warmlaufen teilweise im Lauftempo) sofort an den Start. Einen Kollegen treffe ich dort noch, der sich kein festes Zeitziel gesetzt hat. Ich möchte gerne schneller sein, als beim letzten Mal, auch wenn ich nicht wirklich glaube, dass ich das (bei meinem fehlenden Tempotraining und Mehrgewicht von mindestens 5 kg) schaffe. Die anderen 38 sind irgendwo und bei der Masse der Starter (etwa 17.500) nicht auszumachen. Noch nie war ich so unaufgeregt, wie bei diesem Rennen. Mein Puls dürfte vor dem Start nur minimal über der normalen Ruhefrequenz gelegen haben.

 

Nach dem Startschuss binde ich mir nochmal die Schuhe (was ich fast vergessen hätte), aber noch problemlos möglich ist, weil es die ersten Meter nur im Schritt-Tempo vorwärts geht. Nach ca. 3 Minuten erreiche ich den Startbereich und drehe gleich auf, auch wenn das Überholen wegen der vielen Teilnehmer etwas schwierig ist. Schon nach wenigen hundert Meter muss ich das Tempo etwas drosseln, um - bei dem schwülwarmen Wetter - über die gesamte Distanz durchhalten zu können. Ich spüre das fehlende Tempo-Training und kann nicht verhindern, das meine Zeit langsam aber sicher auf über 6 Minuten pro Kilometer steigt. An der Ideallinie halte ich unbeirrt fest, um wenigstens ein paar Meter und zu sparen und einige Sekunden früher im Ziel zu sein. Einige schattige Abschnitte verhindern ein stärkeres Nachlassen. Dabei fühle ich mich den ganzen Lauf über, anders als bei den meisten früheren Läufen, gut hydiert. Meine Hoffnung, dass diesmal die Entfernungsangabe korrekt war, erfüllt sich nicht. Schon nach knapp 5 1/2 km  ist das Stadion erreicht. Ich habe noch Reserven und werde wieder etwas schneller. Nach ein paar hundert Metern auf der Bahn ist dann das Ziel erreicht. 

 

Meine Uhr zeigt 5,98 km an und eine Zeit von 36 Minuten und 51 Sekunden. Die offizielle Zeit wird später mit 36:48.8 angegeben. Das sind rund 50 Sekunden weniger, als vor 2 Jahren. Mein Zeitziel habe ich damit erreicht.

 

Um die verlorene Flüssigkeit auszugleichen, trinke ich gleich nach dem Zieleinlauf einen Becher Wasser. Später esse ich noch eine Banane. Im Stadion treffe ich noch ein Leute aus der Mannschaft, die zu den Schnelleren gehören und auch meinen meinen Kollegen aus dem Startbereich. Es stellt sich heraus, dass er nur 6 Sekunden nach mir im Ziel war. Vor 2 Jahren war er noch 2 Minuten langsamer als ich. Ausklingen lasse ich den Tag beim Genuss eines alkoholfreien Weizenbiers, was besonders vorteilhaft für ein schnelles Regenerieren ist.

 

Zur Platzierung: Als 5296. von 8297 liege ich noch  im Mittelfeld aller männlichen Teilnehmer und rund 850 Plätze besser, als vor 2 Jahren.  Bei meinem fehlenden Tempotraining ist das ganz in Ordnung. Von 16 männlichen Läufern unserer Mannschaft waren 12 (alle meist deutlich jünger als ich) schneller als ich, 3 langsamer (davon 2 jünger als ich).

 

Ich hatte bei diesem Lauf das Gefühl, nicht mehr so verbissen kämpfen zu können, wie früher. Das kann damit zusammen hängen, dass ich praktisch während des gesamten Trainings kein Renntempo gelaufen bin, aber auch damit, dass ich das Ende meiner Läuferkarriere unmittelbar vor mir zu sehen glaube. 

 

Auffällig und als sehr positiv zu bewerten ist, dass sowohl am Renntag selbst als auch in den nächsten (trainingsfreien) Tagen danach keinerlei Beschwerden im Kniegelenk mehr aufgetreten sind. Das ermöglicht mir, den Laufsport weiter fortzusetzen und sogar noch über weitere Rennen nachzudenken.