DAS LAUFJAHR 2009 - Altstadtfestlauf Lauf (10 km, zu Gunsten der "Lebenshilfe" ) am 26.06.

Nürnberger Tor (Foto: Lebenshilfe)
Nürnberger Tor (Foto: Lebenshilfe)

Ich hatte ausreichend Zeit, mich für diesen Lauf zu trainieren. Zwar musste ich mein Training wegen einer Erkältung für eine Wochen unterbrechen, so dass die Zeit etwas knapp wurde. Insgesamt habe ich aber das Gefühl, mich gut vorbereitet zu haben.

 

Weniger als zwei Wochen vor dem Lauf bin ich dann noch auf Sepzialeinlagen (die am unbelasteten Fuß angepasst werden) umgestiegen und habe mir auch neue Laufschuhe gekauft. Mit diesen Einlagen laufe ich ganz anders, als bisher und so bin ich vom Fersenlauf zum Mittelfußlauf gewechselt. Bis zum Wettkampftag habe ich die neue Lauftechnik noch nicht ganz verinnerlicht, glaube aber, dass das kein Problem wird.

Als ich mich zwei Tage vor dem Lauf wiege, muss ich feststellen, dass ich - anders, als geplant - nicht abgenommen, sondern sogar zugenommen habe. Mein Gewicht beträgt jetzt wieder 76 kg. Da kann ich ja gar nicht schneller werden. Hinzu kommt das Wetter. Denn es ist extrem schwülwarm. Auf der Hinfahrt regnet es stark. Als ich in Lauf ankomme, hat es aufgehört. Eine Streckenbesichtigung habe ich (erstmals) nicht gemacht. Wie sich später herausstellt wäre das auch gar nicht möglich gewesen, da die Streckenführung sehr verwinkelt ist und die Absperrungen erst kurz vor dem Lauf vorgenommen wurden. Auf jeden Fall ist die Strecke sehr abwechslungsreich (teils auf Kopfsteinpflaster direkt durch die Altstadt, teilweise auf geteerten Straßen, auf Gehwegen sowie auf unbefestigten Wegen direkt durch die Natur. Es gibt nur zwei kurze Steigungen, die jeweils zweimal zu bewältigen sind, da der Kurs nur 5 km lang ist. 

 

Ein Zeitziel habe ich mir diesmal nicht gesetzt. Ich habe ja auch noch den 4,1-km-Lauf 8 Tage später (Landkreislauf in Treuchtlingen) vor Augen und muß bis dahin wieder fit sein. Dadurch ist natürlich meine Risikobereitschaft etwas gebremst.

 

Ich trinke (eine halbe Stunde vor dem Lauf) noch ca. einen Dreivierteilliter Apfelschorle, um genügend hydriert zu sein. Das Warmlaufen verkürze ich auf ca. sechs Minuten. Die meisten halten das offenbar überhaupt nicht für nötig, denn sie stehen nur im Startbereich herum. Kurz vor dem Start kommt wieder die Sonne durch und sofort treibt es mir den Schweiss aus allen Poren. Wie wird das erst während des Laufes werden?

 

Ich starte ca. 5 Meter hinter der Startlinie. Am Anfang läuft ganz gut, obwohl mich viele überholen. Ich habe zwar ein leichtes Übelkeitsgefühl (war wohl doch etwas zu viel Apfelschorle), komme aber ganz gut zurecht, auch mit meiner Lauftechnik. Das 1-km-Schild sehe ich nicht. Kilometer 2 erreiche ich nach 9 Minuten und 15 Sekunden. Ich merke aber schon, dass ich so keine 10 Kilometer schaffe und mache daraufhin etwas langsamer. Zwischen Kilometer 2 und 3 gibt es eine Steigung, die viele (vor allem ältere Läufer) gehen. Ich laufe durch. Die weiteren Zwischenzeiten nach jeweils 1 km (ca.): 16:15, 21:15, 27:30, 33:00. 

 

Alle 2,5 km gibt es Wasser. Ich trinke jeweils einen kleinen Schluck und kippe mir dann den Becher zur Abkühlung über den Kopf, was auch wirklich hilft.

 

Kurz vor Kilometer 5 gibt es einen Streckenabschnitt, in dem schon die ersten Läufer entgegen kommen. Das sind aber relativ wenige. Ich liege also noch ganz gut. Bei Kilomter 6 laufe ich dann in der Gegenrichtung und mir kommen immer noch einige Läufer entgegen. Ich bin also nach wie vor gut im Rennen.

 

Die Läufer an die ich mich dranhänge werden meist langsamer und ich überhole sie. Kilometer 7 erreiche ich etwa bei 40:00. Offenbar ein kleiner Einbruch, ohne dass ich aber wirklich nachgelassen hätte. Die Läufer, die schon seit ein paar Kilometern unmittelbar in meiner Umgebung sind, sind jedenfalls noch da. Das Feld ist also insgesamt langsamer geworden. Um mich nicht selbst zu demotivieren, sehe ich nach km 7 nicht mehr auf die Uhr. Bei Kilometer 8 will ich (da ich kräftemäßig keinerlei Probleme habe) dann das Tempo etwas verschärfen, doch es geht nicht. Sobald ich es versuche, deutet sich links ein Wadenkrampf (etwas, das ich bisher noch nie in einem Rennen hatte) an. Nächtliche Krämpfe waren nicht vorausgegangen, so dass das wirklich völlig überraschend kam. Ich kann daher die letzten 2 km nur "mit angezogener Handbremse" weiterlaufen. Nun sind die Läufer vor mir, die ich eigentlich überholen wollte, weg. Eine Zeit von unter 55 Minuten kann ich damit endgültig vergessen.

 

Und es wird noch schlimmer. Wenig später macht sich auch mein rechter Wadenmuskel bemerkbar und droht zuzumachen. Kurz nach Kilometer 9 bekomme ich dann links einen richtigen Wadenkrampf, der sich aber wieder gibt, als ich langsamer weiterlaufe.

 

Obwohl ich noch genügend Kraft für eine tollen Endspurt hätte, muss ich weiter langsam laufen, um keinen neuen Wadenkrampf zu bekommen. Nun überholen mich natürlich etliche. Die Anfeuerungen durch das tolle Publikum können auf mich leider keine Wirkung mehr haben. Ich laufe schliesslich nach 57:25 Minuten über die Zielline.

Die Zeit wird ohne Chip (mit Laptop und Eintragung in eine Liste) gemessen. In meiner Altersklasse - die allerdings recht stark besetzt ist (die ersten 10 laufen alle unter 50, der 13. knapp über 51 Minuten) - bin naürlich nicht mehr im Mittelfeld. 85% sind vor, 15% nach mir ins Ziel gekommen (immer noch eine bessere Platzierung, als am 08.03. am Rothsee).  Das hindert mich nicht daran, gleich drei Stück Kuchen zu essen. Ich brauche nicht einmal etwas zu trinken, so gut war ich vor dem Lauf bereits hydriert.

 

Ich war fast 5 Minuten langsamer, als vor fast zwei Monaten in Ansbach. Sicher hat die Hitze einen ihren Teil dazu beigetragen, aber vor allem die Wadenprobleme. Meine Lauftechnik war möglicherweise fehlerhaft, so dass die Wadenmus- keln zu stark beansprucht wurden oder mein Training war für die lauftechnisch bedingte höhere Schrittfrequenz noch nicht ausreichend. Vielleicht habe ich auch erst zu spät getrunken oder es hat Magnesiummangel vorgelegen (nachdem ich in letzter Zeit viel Cola light getrunken hatte, was ja entwässert). Ich werde alle Möglichkeiten berücksichtigen, um dieses Problem künftig zu vermeiden.

 

Konditionsmäßig habe ich mich verbessert, konnte meine Kraft aber aus anderen Gründen, die sich teilweise gegenseitig mitbedingt haben könnten (Gewichtszunahme, Wetter, Lauftechnik- umstellung und Probleme mit den Wadenmuskeln) nicht in Geschwindigkeit umsetzen. Das wird sich ändern. Ohne die Wadenprobleme hätte ich auf  noch eine Zeit unter 55 Minuten schaffen können und wäre dann auf Platz 150 (also noch im Mittelfeld) gelandet. Trotz der schlechten Endzeit gehe ich daher davon aus, spätestens am Jahresende - wie geplant - die 10 Kilometer in einer Zeit von unter 50 Minuten zu laufen.

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