DAS LAUFJAHR 2009 - Citylauf Ansbach (10-km-Lauf) am 03.05.

Vier Wochen nach dem Erlanger Winterwaldlauf wollte ich beim Ansbacher Citylauf antreten. Auftretende Beschwerden in den Knien und der linken Achillessehne machten es mir nicht gerade leicht, motiviert zu bleiben. Denoch schaffte ich es - mit positivem Denken - ca. 4 Tage vor dem Rennen beschwerdefrei zu sein.  Am dritten und vorletzten Tag hatte ich dann im Tagesverlauf immer wieder Herzstechen. Das führte ich auf mein pflanzliches Mittel gegen Erkältungen zurück, das ich seit ein paar Tagen wegen eines Kratzens im Hals eingenommen hatte. Ich setze das Medikament sofort ab und siehe da, auch die Herzbeschwerden waren weg.

 

Bei einer Generalprobe am Tag vor dem Start hatte ich noch ganz schön mit der Hitze zu kämpfen und auch die Beine waren etwas schwer. Kein Wunder, ich musste meistens spät abends oder früh am Morgen trainieren, so dass ich mich noch immer nicht ganz an die sommerlichen Temparaturen von über 20° gewöhnt hatte.

 

Ich parke (auf Anraten eines Polizisten) auf dem Rezat-Parkplatz und hole zunächst die Startnummer und das T-Shirt ab. Dann sehe ich mir den Bereich des Zieleinlaufs an und danach den Start. Zwischendurch gehe ich zweimal zum Auto um noch etwas zu trinken und insgesamt dreimal auf die Toilette. Eine halbe Stunde vor dem Start laufe ich mich dann acht Minuten lang warm. Dabei komme ich, obwohl ich es recht langsam angehen lasse, ziemlich schnell ins Schwitzen.

Verbissener Kampf in der Altstadt. Der Lohn: Ich war über 2 Min. vor den beiden Läufern hinter mir im Ziel.
Verbissener Kampf in der Altstadt. Der Lohn: Ich war über 2 Min. vor den beiden Läufern hinter mir im Ziel.

Im Schatten ist es (bei ca. 19° bis 20°) auszuhalten, aber in der Sonne ist es schon ganz schön warm. Mein Ziel heute, eine

Zeit von unter 52:00 Minuten (und damit über eine Minute schneller als bisher) zu laufen, wird sich wohl nicht einhalten lassen. Ich möchte aber auf jeden Fall unter der 53-Minuten-Grenze bleiben. 

 

Ich stelle mich (ca. eine Viertelstunde vor dem Start) etwa 6 Meter hinter die Startlinie, um nicht zu schnell zu starten. Den ersten Kilometer will ich in 5:00 Minuten laufen. Die weitere Zeitplanung werde ich davon abhängig machen, wie es läuft.

 

Eine sonst vielbefahrene Straße verwandelt sich in eine Laufbahn.
Eine sonst vielbefahrene Straße verwandelt sich in eine Laufbahn.

Zuerst geht es auf Kopfsteinpflaster durch die Altstadt (s. Foto oben) , dann ein Stück um die Altstadt herum (s. Foto rechts), nochmals hindurch und danach einige Kilometer aus der Stadt heraus Richtung Westen. Vor mir sind viele langsamere Läufer. Ich versuche, nicht zu viel Kraft mit Überholvorgängen zu verschwenden. Daher dauert es einige Zeit, bis ich frei laufen kann. Das Kopfsteinpflaster ist auch nicht gerade der ideale Laufuntergrund. Einige Ecken und Winkel erfordern zudem ein vorausschauen- des Laufen. Ich fühle mich wie ausgedörrt (was sich aber schnell wieder gibt) und merke, dass die Hitze ein höheres Tempo nicht zulässt. Dennoch ist der erste Kilometer nach exakt 5 Minuten erreicht.

 

Kurz nach dem Verlassen der Stadt geht es über vielleicht 200 Meter auf einem richtig schön schattigen Weg entlang. Da geht es gleich besser und ich werde sofort etwas schneller.

 

Da es auf der Strecke insgesamt sehr wenig Schatten geben wird und ich weiterhin das Gefühl habe, sehr schnell an meine Grenzen zu kommen, werde ich in der prallen Sonne automatisch wieder etwas langsamer. Schon nach drei Kilometern merke ich, dass das es auf jeden Fall eine Zeit über 52:00 wird. Kurz vor der Hälfte der Strecke ist der erste Verpflegungspunkt, den ich aber auslassen muss, weil ich mir den Wasserbecher erst vom Tisch nehmen müsste, was zu lange dauert. Kilometer 5 ist bei 26:30 erreicht. Bis jetzt bin ich in der zweiten Laufhälfte immer langsamer geworden. Warum sollte es hier anders sein. Wenn kein Wunder geschieht, werde ich daher mein Minimalziel nicht ereichen.

 

Nun geht  es - nach einem kurzen Schwenk nach Norden - in östlicher Richtung wieder zurück in die Innenstadt.

Wie bisher ist die Strecke recht eben. Es gibt nur wenige leichte und kurze Anstiege, die problemlos zu bewältigen sind.

Beim zweiten Verpflegungspunkt bekomme ich im Vorbeilaufen einen Becher Wasser gereicht. Zwei Schlucke im Laufen müssen genügen. Es geht mit unverminderter Geschwindigkeit weiter. Immer im Abstand von ca. 5 Meter hinter einem anderen Läufer her, an den ich mich etwa bei Kilometer 6 angehängt habe. 

 

So um km 7 überrundet - von Ordnern auf Fahrrädern vorher angekündigt - der spätere Sieger des Halbmarathons das Hauptfeld des 10-km-Laufes (in dem auch ich mich befinde). Ansonsten habe ich den Eindruck auf dieser Strecke seltener überholt zu werden, als bei meinen letzten Rennen. Das läßt noch auf eine gute Platzierung im Mittelfeld hoffen. 

An mehreren Stellen ist der Streckenverlauf nicht eindeutig erkennbar und ich hätte mich verlaufen, wenn ich nicht die Läufer vor mir noch gesehen hätte.

 

Jetzt - zwischen Kilometer 7 und 8 - wird die Bewölkung etwas dichter und die Temparatur sofort angenehmer. Ich merke plötzlich, dass ich noch Reserven habe. Meinen Zugläufer, der mir jetzt zu langsam ist, überhole ich zwischen Kilometer 8 und 9 und werde immer schneller. Dann geht es - leider bergauf - einmal rund um das Einkaufszentrum "Brückencenter". Ich beschleunige trotzdem weiter. Etwa 200 Meter vor dem Ziel überholen mich drei Läufer recht zügig, von denen ich zwei schon nach wenigen Metern mühelos wieder eingeholt habe. Den dritten schaffe ich dann nicht mehr, weil das Ziel schon erreicht ist. Diesmal bin ich nicht erleichtert, sondern enttäuscht, weil ich das Gefühl hatte, noch ewig so weiterlaufen zu können. Unter dem Zielbogen reiße ich (erstmals bei einem Lauf!) die Arme hoch. Dabei sind doch gar keine Fans von mir da und ein Zielfoto von mir gibt es auch nicht. Es ist für mich einfach ein kleines Wunder, dass ich es mit 52:48 doch noch in einer Zeit unter 53 Minuten (netto ca. 52 1/2) geschafft habe. Ich habe bei km 9 nicht mehr auf die Uhr gesehen, schätze aber, dass ich den letzten Kilometer in einer Zeit unter 5 Minuten gelaufen bin. Erst im Nachhinein wird mir klar, dass ich auf den letzten 1 1/2 km ein "Runner's high" erlebt habe.

Das hat mir auch die neue persönliche Bestzeit beschert. In allen Bereichen konnte ich mich ziemlich genau in der Mitte platzieren (Gesamtwertung Männer: 207. von 388, Al- tersklasse M50: 13. von 25, s. Urkunde; alle Läuferinnen und Läufer: 230. von 556). Bei meinem letzten Lauf in Erlangen lag ich noch unmittelbar vor Beginn des letzten Drittels.

 

Insgesamt ein schönes Rennen, bei dem ich mich (ebenfalls dank "Runner's high") deutlich besser gefühlt habe, als bei den beiden vorangegangenen.

 

Im Zielbereich gibt es neben Wasser, Äpfel, Bananen und Minisalami (in Ansbach hergestellt) auch alkoholfreies Weizenbier. Letzteres lasse ich mir (auch wenn ich sonst kein Biertrinker bin) hier gerne schmecken. Sogar kostenlose Massagen werden angeboten, wovon ich aber keinen Gebrauch mache. Etwas müde (und dem Gefühl, die Muskeln dess linken Beins stärker strapaziert zu haben, als die des rechten) mache ich mich stolz auf den Heimweg.

 

Dass ich die zweite Hälfte der Strecke erstmals schneller gelaufen bin, als die erste und trotzdem noch einige Reserven hatte, lässt mich im Nachhinein erkennen, dass für eine Zeit unter 52:00 nicht mehr viel gefehlt hat. 5 Sekunden pro Kilometer hätten bereits ausgereicht. Da ich bis zum Stadtlauf in Neumarkt (am 20.09.2009) noch etwa 5 kg abnehmen will, (was theoretisch einer Geschwindigkeitserhöhung um 4% entspricht) könnte ich die 10 Kilometer dort über zwei Minuten früher schaffen.

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