DAS LAUFJAHR 2010 - 15. Nürnberger Stadtlauf (mein 1. Halbmarathon) am 03.10.

Einen Tag vor dem Stadtlauf absolvierte ich - streng nach dem Trainingsplan - noch meine letzte Trainingseinheit (Jogging mit 70% der maximalen Herzfrequenz, mit Steigerungen). Dabei und danach fühlte ich mich gar nicht gut. Beim Laufen hatte ich schwere Beine, danach fast einen Muskelkater in den Oberschenkeln. Mit ein paar Hausmitteln war ich am nächsten Tag trotzdem wieder einigermaßen fit. Ich trage nochmal meine alten (nach über einem Jahr und 2000 km schon ausgemusterten) Schuhe und nehme auch meine alte Pulsuhr, um vor Überraschungen sicher zu sein.

 

Bei meiner derzeitigen 10-km-Zeit von ca. 54 Minuten war als Optimum mit einer Zeit von 2:00 Stunden zu rechnen. Dieses wird erfahrungsgemäß beim Halbmarathon-Debüt kaum erreicht. Realistisch wäre hier (lt. Herbert Steffny, Laufprofi und AOK-Berater) eine Zeit um 2:06 Stunden. Ich will mir beide Möglichkeiten offen halten und Versuche mit 5:41 anzulaufen und dann das Tempo - je nach Verlauf - entsprechend zu regulieren.

 

Strahlender Sonnenschein und leichter Wind waren gute Vorboten für meinen ersten Lauf über die Distanz von 21,1 km, wenngleich mir weniger schönes Wetter (wie am Vortag) lieber gewesen wäre. Ich trinke deshalb vor dem Start noch ca. einen Liter Wasser. Nach sehr kurzem Warmlaufen begebe ich mich in die Startposition (ca. 20 Meter hinter der Startlinie). Völlig locker warte ich auf den Startschuss und dann geht es langsam los. Erst nach ein paar hundert Metern ist das Renntempo erreicht. Ich merke, dass ich etwas zu schnell bin und nehme schon etwas Fahrt heraus. Bei Kilometer 2 habe ich eine Zeit von 10:40, das ist trotzdem eine Minute zu schnell. Ich werde also noch langsamer, auch wenn ich dadurch vermehrt überholt werde. Jetzt macht es richtig Spaß und ich kann ganz entspannt laufen. Kilometer 10 erreiche ich genau nach Vorgabe (nach 56 Minuten und 50 Sekunden). Kurz danach überquere ich zum zweiten Mal dei Startlinie. Ich fühle mich noch relativ frisch, spüre aber zunehmend meine linke Achillessehene, was mich aber nicht weiter stört und deswegen auch bald wieder aufhört. Als Läufer wird man eben hart im Nehmen.

 

Es geht jetzt schon etwas langsamer, als in der 1. Runde. Dass ich die 1:59:59 womöglich nicht schaffe, sehe ich schon daran, dass vor mir ein Zug- und Bremsläufer mit genau dieser Zeit (auf seinem Lufballon) ist, der sehr schnell ausser Sichtweite gerät. Bei Kilometer 13 liege ich dann bei ca. einer Stunde und 14 Minuten und damit ganz knapp über meiner Sollzeit. Von da an merke ich die zunehmende Ermüdung und ich kann meine 5:41 pro Kilometer nicht mehr ganz halten. Kilometer 18 erreiche ich nach genau 45 Minuten und bin damit schon 3 Minuten hinter meinem Plan. Von da an fühle ich mich (ähnlich wie im Schlußteil meiner langen langsamen Trainingsläufe, nur noch intensiver), als ob ich mit angezogener Handbremse laufen würde. Jetzt wird es langsam richtig anstrengend. 

Meine Geschwindigkeit sinkt auf ca. 7 Minuten pro Kilometer. Als bei Kilometer 18 zum zweiten Mal ein ca. 75 Meter langer Anstieg auf Kopfsteinpflaster zu bewältigen ist, muss ich mich schon sehr zusammen- reißen, um nicht (wie viele andere auch) zu gehen. Danach geht es wieder ein klein wenig schneller. Die letzten 2 Kilometer werden dann ganz hart (aber damit musste ich rechnen). Als es in der Innenstadt an einer Würstchenbude vorbei geht, ekelt es mich beim Geruch der sonst leckeren Bratwürste. Doch es geht weiter. Immer härter wird der Kampf gegen den inneren Schweinehund. Der langgezogene Anstieg im Stadtgraben (ca. 200 m vor dem Ziel) kostet die letzten Kräfte, so dass ein richtiger Schlusspurt nicht mehr drin ist, aber ich gewinne gegen den inneren Schweinehund und laufe noch ins Ziel (kurz vor dem Zusammenbruch). Es wird eine Brutto- zeit von über 2:06 Stunden (genau: 2:06:14) und netto 2:05:57.

 

Als ich es geschafft habe, genieße ich das Buffet im Ziel (in dieser Reihenfolge: Wasser, Äpfelstücke, Quarkzopf, Apfel, alkoholfreies Bier) und gönne mir auf dem Heimweg noch ein grosses Eis.

 

Insgesamt ein schöner Lauf (mit Rekordbeteiligung), bei dem (wohl dank des schönen Wetters) auch viel mehr Zuschauer waren, als in den vergangenen Jahren. Die Hitze machte mir diesmal überhaupt nichts aus. Ich fasste zwar unterwegs (in der 2. Hälfte) zweimal Wasser, hätte aber wahrscheinlich auch ohne auskommen können. Auf der Heimfahrt (im Auto) hatte ich allerdings mehrere Muskelkrämpfe im rechten Oberschenkel.

 

Genaueres zu meiner Platzierung findest Du in der PDF-Datei auf dieser Seite. Diese war (nicht nur wegen der Hitze, s. Pressemeldung unten) erwartungsgemäß noch nicht optimal. Bei meiner 14 Tage vorher gelaufenen Zeit von rund 54 Min./km (gerechnet auf 10 km) habe ich dennoch die für den 1. Halbmarathon derzeit realistisch erreichbare Endzeit geschafft.  

aus einer Online-Meldung der Nürnberger Nachrichten vom 03.10.2010
aus einer Online-Meldung der Nürnberger Nachrichten vom 03.10.2010

Mit Gewichtsabnahme, schnellerem Tempo in der zweiten Hälfte der langen langsamen Trainingsläufe und langsamerem Anlaufen im Ren- nen selbst ist bei den nächsten Halbmarathon's sicher noch eine deutliche Verbesserung möglich.

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