DAS LAUFJAHR 2011 - 7. Halbmarathon München im Olympiapark am 08.05.2011

Der Olympiapark
Der Olympiapark

Der Halbmarathon in München war der Ersatz für den Hi-Ro Run gedacht, den ich wegen einer Überlastung des rechten vorderen Schienbeinmuskels nicht laufen konnte. Der letzte lange Lauf lag, dadurch bedingt, bereits 5 Wochen zurück. In den letzten Wochen vor dem Rennen trainierte ich täglich auf dem Fahrrad. Da mein Schienbeinmuskel erst ca. 1  1/2 Wochen vor dem Rennen wieder voll belastbar war, konnte ich nur wenige Läufe absolvieren, darunter aber zwei Tempo-Läufe in Trainings-Bestzeit, so dass ich meinte, trotzdem gut vorbereitet gewesen zu sein. 

 

Als ich kurz vor 8 Uhr am Olympiapark ankomme, macht dieser noch einen recht verschlafenen Eindruck. Ich erhalte in der Schwimmhalle sofort meine Startunterlagen.

 

Da ich noch zwei Stunden Zeit habe, sehe ich mir erst mal die Strecke an, die aus vier Runden á 5 km und einer zusätzlichen Kurzrunde über 1,1 km besteht.

 

Ich gehe die Runde einfach ab. Als ich vom (spärlich gekennzeichneten)Streckenverlauf abkomme, merke ich es zwar bald, aber es sind doch nur noch 20 Minuten bis zum Start, als ich - inzwischen im Lauftempo - wieder beim Auto ankomme.

 

Schnell trinke ich noch etwas und esse eine Banane. Dann laufe ich noch die ca. 300 Meter bis zum Start. Dieser erfolgt mit etwa 5 Minuten Verspätung. Ein zusätzliches Warmlaufen ist entbehrlich, da ich bereits jetzt schwitze.

  

Nach knapp einer Minute geht es über die Zeitmess-Matte. Ich laufe locker und ohne Probleme. Obwohl ich mich bemühe, nicht zu schnell zu werden, liege ich nach einem Kilometer bei 5:12, das sind 30 Sekunden schneller, als geplant. Ich korrigiere sofort.

Kurz vor dem Ziel noch ein Blick auf die Uhr
Kurz vor dem Ziel noch ein Blick auf die Uhr

Die erste Runde beende ich noch unter 28 1/2 Minuten (leicht schneller, als vorgesehen). Für die zweite brauche ich eine Minute länger und bin damit gerade noch im Plan. Nach Kilometer 13 meldet sich meine linke Wade und ich muss das Tempo etwas drosseln, um keinen Wadenkrampf zu bekommen. Als es wieder besser geht, kommt die andere Wade daran, danach verschiede- ne Oberschenkelmuskel beider Beine. Ab der 4. Runde wird die Strecke langsam langweilig, da ich inzwischen schon fast jeden Stein kenne. Bei Kilometer 19 gelingt es mir (als vorübergehend kein Muskel schmerzt) sogar noch andere Läufer zu überholen (darunter allerdings einige, die nur noch gehen können).

 

Anders, als bei meinem ersten Halbmarathon verspüre ich hier (bis km 20) nur ein leichtes Nachlassen der Kräfte. Seit dem Auftreten der ersten Muskelschmerzen (kurz vor km 14) ist mir klar, dass es mit der "Muskelbremse" sehr schwer sein wird, überhaupt eine neue Bestzeit zu laufen.

Im Ziel zeigt sich, dass ich es tatsächlich nicht geschafft habe. Am Schluss bin ich fast eine Minute langsamer, als bei meinem ersten Halbmarathon. Etwas enttäuscht bin ich schon, so dass ich mich irgendwie schlecht fühle, obwohl ich weit weniger ausgepumpt bin, als damals. Dass ich immer auf der Ideallinie gelaufen bin, hat leider nichts genutzt. Eine Platzierung im letzten Drittel (auch in der Altersklasse) ist nun wirklich nicht toll. Wenn man allerdings bedenkt, dass ich 4 Wochen vorher wegen Schmerzen im rechten vorderen Schienbeinmuskel keine 5 Minuten lang laufen konnte und mich 1 1/2 Wochen  vorher noch für 3 Tage ein Virus lahmlegte, war die Zeit gar nicht so übel.

 

Trotz meiner schlechten Stimmung schwimme ich - zur besseren Regeneration - noch ein paar Runden in der Olympiaschwimmhalle. Auf Zielverpflegung, die ich ausserdem gar nicht sofort gesehen habe, verzichte ich.

  

Wie sich ausgewirkt hat, dass ich nach jeder der drei ersten Runden Wasser nach- getankt habe, darüber kann ich nur spekulieren. Die durchschnittlichen Minuten-Kilometerzeiten der einzelnen Runden (5:41, 5:50, 5:57, 6:28 und 6:29 Min/km für die kurze Schlußrunde) zeigen, dass diesmal kein kontinuierlicher kräftemäßiger Verfall stattgefunden hat. So wäre ich in der 3. Runde ohne die muskulären Probleme auf den letzten beiden Kilometern sicher noch schneller gewesen, als in der 2. Ausserdem war ich in der kurzen Schlussrunde nicht langsamer, als in der 4. Diese Tatsachen lassen ein rein muskuläres Problem wahrscheinlich erscheinen.

Olympia-Schwimmhalle
Olympia-Schwimmhalle

 

Dieses lässt sich mit der nicht vollständigen Anpassung an die Temparatur am Wettkampftag nicht wirklich erklären. Diese betrug ca. 25° C, während ich in der letzten Woche noch bei 0° (nachts) trainiert habe. 

 

Die wahrscheinliche Ursache finde ich heraus, als ich - 3 Tage nach dem Rennen -wieder mit dem Fahrrad fahre. Da-bei stelle ich fest, dass ich meinen Muskelkater auf dem Fahrrad gar nicht spüre. Meine Schlussfolgerung: Beim Rad- fahren werden einige Muskeln nicht beansprucht, die beim Laufen stark gefordert werden. Das heisst, mein Ersatz- training mit dem Fahrrad (in den letzten 4 Wochen vor dem Lauf) hat zwar eine Schwäche verhindert, war aber für die beim Laufen besonders beanspruchten Muskeln nicht aus- reichend. Es hat also ein Trainingsdefizit vorgelegen, wel- ches zu den aufgetretenen muskulären Problemen und damit zum Einbruch nach zwei Dritteln der Strecke geführt hat.

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