DAS LAUFJAHR 2011 - Katzwanger Volkslauf am 12.06.2011

Durch Wald und Flur
Durch Wald und Flur

Um es vorweg zu nehmen: Der Katzwanger Volklsauf ist - anders, als sein Name verspricht, kein Massenlauf für alle, sondern ein hochkarätig besetzter Halbmara-thon und ein Geheimtipp für alle, die einen schönen, abwechslungsreichen Lauf durch Wald und Flur suchen. Die Teilnehmerzahl (unter 150) ist überschaubar und das Startgeld niedrig.

 

Für mich ist diese Strecke auch aus einem anderen Grund etwas Besonderes. Ganz in der Nähe dieses Ortsteils von Nürnberg habe ich nämlich die ersten sechs Jahre meines Lebens verbracht.

 

Um der Ermüdung in der zweiten Laufhälfte entgegenzuwirken, bin ich bei sämtlichen Trainingsläufen der vorangegangenen vier Wochen die letzte Hälfte (bei längeren Läufen maximal 30 Minuten) schneller gelaufen, als die erste. Dazwischen bin ich zusätzlich Rad gefahren. Das Wetter ist am Veranstaltungstag fast ideal (mit ca. 15°C noch kühl, leicht windig, nur etwas zu sonnig). Von der Startnummernausgabe bis zum Start geht es ein paar hundert Meter leicht aufwärts. Das ist genug, um sich ausreichend warm zu laufen.

 

Der Start (um 9:07 Uhr) erfolgt mitten in einer Wohnsiedlung, doch schon nach wenigen Metern geht es mitten durch den Wald. Gelaufen wird abwechselnd auf Flur-, Wald- und meist ungeteerten Radwegen. Mit zunächst meist leichtem Gefälle und nur wenigen Steigungen geht es flott voran. Nur wenige kurze Streckenabschnitte sind auf geteerten Strassen zu absolvieren. Ich lasse die Meute überholen und schaffe den ersten Kilometer - exakt nach Vorgabe - in 5:41 Min. Es läuft so gut, dass ich immer schneller werde.

Am Rhein-Main-Donaukanal
Am Rhein-Main-Donaukanal

Um den Körper möglichst kühl zu halten, nehme an jeder der vier Wasserstellen einen Becher mit Wasser und kippe ihn mir - nach einem Schluck - über den Kopf. Um die 56 Minuten zeigt meine Uhr nach 10 Kilometern an (etwas zu schnell).

 

Danach geht es in einem weiten Bogen, der sich über mehrere Kilomter erstreckt wieder auf dem selben Weg zurück. Nur ein paar Läufer kommen mir da noch entgegen. Kilometer 16 erreiche ich nach 1:31 Stunden und damit genau nach Plan. Ab jetzt muss ich gegen die Ermüdung ankämpfen. Um noch unter 2 Stunden zu bleiben, müsste ich jeden Kilometer in 5:40 Minuten schaffen. Das ist sehr schwer. Ich kann es nicht verhindern, dass ich auf den letzten 5 Kilometern langsamer werde. Auf den letzten 5,1 km bin ich (je km) durchschnittlich über 40 Sekunden langsamer, als vorher. Das ist immer noch ein Einbruch, aber nicht so schlimm, wie bei den vorangegangenen Halbmarathons. Dieser Lauf ist auch nicht mehr so anstrengend, wie diese. Eine neue persönliche Bestzeit ist also drin. 

 

Urkunde (Auszug)
Urkunde (Auszug)

Kurz vor dem Rhein-Main-Donau-Kanal kommt ein kurzer aber deutlicher Anstieg, den ich noch laufend bewältige. Als es dann mehrere hundert Meter lang am Kanal entlang geradeaus geht, fällt es mir besonders schwer, mein Tempo zu halten. Für einen mich überholenden Radfahrer muss ich wohl so aussehen, als würde ich gleich zusammenbrechen, weil er mich fragt, ob alles passe. Als ich ihm sage, dass alles in Ordnung ist, fährt er weiter. Nach diesem Teilstück läuft es wieder etwas besser.

 

Nach dem Überqueren der Hauptstraße, die durch die Polizei abesperrt ist, geht es nur noch bergab und ich lege nochmal zu. Einen Läufer kann ich sogar noch überholen. Ich reisse die Hände hoch, als ich mit einer Bruttozeit von 02:03:36 (= ca. 02:03:30 netto) die Ziellinie überquere. Der letzte Läufer ist fast 50 Minuten später im Ziel. Der erste war über 46 Minuten schneller als ich. Dennoch ist es wieder eine Platzierung im letzten Drittel. In meiner Altersklasse bin ich - wegen der starken Besetzung der M 50 - sogar nur Vorletzter. Dennoch bin ich rund 2 1/2 Minuten schneller, als beim Stadtlauf in Nürnberg. Das ist neue persönliche Bestzeit. Jetzt muss ich nur noch 10 Sekunden pro Kilometer schneller werden, um unter die 2-Stunden-Grenze zu kommen. Dazu muss ich wohl die erste Hälfte insgesamt noch etwas langsamer angehen, damit ich in der zweiten noch länger Kraft habe, um gegen die Müdigkeit bestehen zu können.