Kunstweglauf Rednitzhembach (Hauptlauf über 10 km) am 19.11.

Knapp drei Wochen nach dem letzten (bergigen und dadurch kraftfordernden) Lauf in Neustadt an der Aisch will ich nochmal wissen wie schnell ich wirklich bin. Dazu eignet sich der Kunstweglauf in Rednitzhembach sehr gut, da er überwiegend eben verläuft. In den letzen drei Wochen hatte ich immer wieder das Gefühl, dass die Regenaration etwas langsamer abläuft, was sich einige Male in einem Gefühl der Beinschwere geäußert hat. Mit zusätzlichem Schwimmen statt Radfahren habe ich versucht, die Regenaration zu beschleunigen. Am Wettkampftag habe ich das Gefühl fit zu sein, auch wenn ich mein Gewicht nicht reduzieren konnte. Ein Tempolauf vor knapp einer Woche hat gezeigt, dass eine neue Bestzeit durchaus drin sein könnte. Ich möchte eine Zeit um 51 Minuten schaffen. Für den ersten Kilometer sind 5:07 angepeilt.

Einige hundert Meter nach dem Start (Meine Startnummer: 357)
Einige hundert Meter nach dem Start (Meine Startnummer: 357)

Es ist (bei Hochnebel) - gemessen an den Temparaturen der letzten Tage heute relativ kalt (ca. 5° C). Ich laufe mich 2 x 5 Minuten warm. Leider verzögert sich der Start etwas, was sich negativ auf die "Betriebstemparatur" auswirkt. Die Startlinie überquere ich wieder nach etwa 3 Sekunden. Der erste Kilometer ist nach 4:45 geschafft (deutlich schneller, als geplant). Da verspüre ich bereits eine Beinschwere, die mich leider nicht mehr verlässt und mich zunächst dazu zwingt, immer langsamer zu werden. Ich werde daher auch permanent überholt. Da nützen auch die Kunstwerke entlang der Strecke und der abwechslungsreiche Verlauf (sowohl durch den Ort, als auch durch Wald und Flur) nichts. Die Hälfte der Strecke habe ich erst nach über 26 1/2 Minuten erreicht. Damit ist klar, dass ich um Minuten langsamer sein werde, als erhofft. Eigentlich möchte ich jetzt schon aufhören, aber das würde meinem Grundsatz "Niemals aufgeben!" widersprechen und so mache ich eben weiter. Ich fühle mich dabei ähnlich, wie in der Endphase meiner ersten Halbmarathonläufe, nämlich als ob ich mit angezogener Handbremse laufen würde.     

Am Ziel: Meine Zugläuferin und ich
Am Ziel: Meine Zugläuferin und ich

Nach Kilometer 6 überholt mich eine Läuferin in eher gemäßigtem Tempo. Ich hänge mich dran und so gelingt es mir, mein Tempo bis zum Ziel mindestens konstant zu halten, auch wenn es einer enormen Kraft- und Willensanstrengung bedarf, nicht noch weiter nachzulassen. Sicher hat mir dabei auch geholfen, dass ich in diesem Jahr gezielt das Anlaufen gegen die Ermüdung trainiert habe. Bei Kilometer 8 überhole ich sogar noch einen Läufer, der sich wohl übernommen hatte. Durchs Ziel komme ich dann nach exakt 54 Minuten brutto (= 53:57 netto). Das sind 3 Minuten langsamer, als vorher erhofft und damit eine meiner schwächsten Zeiten über die 10-Kilometer-Distanz. Bei diesem durchweg stark besetzten Rennen blieb die Quittung für meine schwache Vorstellung nicht aus: Die bisher schlechteste Platzierung überhaupt (130. von 138 Männer und 24. von 25 AK M50).   

 

Das Laufen mit "Beinbremse" hat einen erheblichen Mehraufwand an Kraft erfordert und eine enorme Willensanstrengung. So gesehen habe ich mich wacker geschlagen. Es kommt halt immer auf die Betrachtungsweise an. Bei optimaler Verfassung wäre wohl sogar eine Zeit unter 51 Minuten drin gewesen.

 

Gut getan hat mir der heisse Tee, den es nach dem Rennen gab.

 

Doch worauf war meine Beinschwere zurückzuführen? Es sind - bei genauerer Überlegung - mindestens 4 Ursachen denkbar (nicht abgeschlossene Regeneration nach dem voran- gegangenen Wettkampf, falsche Ernährung am Tag vor dem Wettkampf, zu hartes Training, nicht mehr geeignete Einlagen). Diese möglichen Ursachen müssen künftig ausgeschlossen werden.

 

In den nächsten Tagen erhalte ich neue Einlagen. Vor dem nächsten Wettkampf (Silvesterlauf) stehen Regeneration und Gewichtsabnahme im Vordergrund.