DAS LAUFJAHR 2011 - 12. Neumarkter Stadtlauf (21,1 km) am 18.09.

Der Neumarkter Stadtlauf 2011: Regen, über 3.000 Starter (HM: über 700), Perfektion und Atmosphäre
Der Neumarkter Stadtlauf 2011: Regen, über 3.000 Starter (HM: über 700), Perfektion und Atmosphäre

Das wollte ich schon immer mal: einen Lauf bei niedrigen Temparaturen und Regen. Das sind nämlich genau die Bedingungen, unter denen ich optimale Leistung bringe.

 

Dieses Mal bekomme ich meinen Wunsch erfüllt. Eine Zeit knapp unter 2 Stunden sehe ich als realistisch erreichbar an. Ich werde deshalb versuchen mit 5:45 anzulaufen und die zweite Hälfte schneller anzugehen (5:35 bis maximal 5:37 Min./km).

 

Außerdem möchte ich von den drei teilnehmenden Halbmarathonis meiner Mannschaft (AOK Bayern) der zweite werden. 

 

Start-Nr. 383 am Anfang: jung, dynamisch
Start-Nr. 383 am Anfang: jung, dynamisch

Bereits eine Stunde vor Beginn des Laufes regnet es leicht. Je näher der Start rückt, desto stärker wird auch der Regen. Die Temparatur liegt so um 14 bis 15 Grad C. Das Mannschaftsfoto wird deshalb im Inneren des Rathauses gemacht. Da ich nur noch eine halbe Stunde bis zum Start habe, muss ich mich mit meinen Vorbereitungen beeilen. Zum Aufwärmen müssen die 5 Minuten Rückweg vom Parkplatz bis zum Start genügen. Fünf Minuten bevor es losgeht bin ich dort. Der Regen hat nachgelassen. Ich stehe ziemlich weit vorne. Weit hinter mir sehe ich die Zugläufer für 1:45 und 2:00 Stunden.

 

Wieder einmal lasse ich mich von der Meute mitreißen und so habe ich den ersten Kilometer über eine halbe Minute früher erreicht, als geplant. Gleichzeitig muss ich feststellen, dass ich "schwere Beine" habe. Da ich auch dieses Mal das Training optimal abgeschlossen habe (letzter Lauf drei Tage vorher kurz und mit nur geringer Belastung), kann es nur an den Kompressionsstrümpfen liegen.

 

Da ich (vom letzten Halbmarathon am 12.07.) weiß, das sich das wieder gibt, laufe ich einfach weiter. Ich reduziere das Tempo leicht, um so wieder den Zeitplan einhalten zu können und für die zweite Hälfte noch Kraftreserven zu haben. Nur einmal (bei der ersten Wasserstelle) trinke ich ein paar Schluck Wasser. Das genügt vollauf, da von oben genug Wasser kommt und damit auch mehr als ausreichend Kühlung. Der Regen setzt zwar zwischendurch mal kurz aus. Die Nässe ist aber immer präsent. Da muss schon mal eine wegbreite, tiefe Wasserlache übersprungen werden, weil es keine Ausweichmöglichkeit gibt.

Nach km 9 überholt mich der Zugläufer für eine Zielzeit von unter 2:00 Stunden (der "Applaus-Mann" und Metropol-Marathon-Organisator Bernd van Trill aus Fürth, s. Foto links). Ich hänge mich sofort dran, auch wenn es mir schwer fällt, da ich mein Tempo sofort deutlich erhöhen muss, um mithalten zu können.

 

Die erste Runde (10,55 km) wird nach einer Stunde und 50 Sekunden - 10 Sekunden später, als von mir geplant - vollendet. Ich bleibe weiter dran. Obwohl es immer härter wird, gelingt es mir, direkt hinter dem Zugläufer zu bleiben. Der beschliesst an einer Verpflegungsstelle (etwa bei km 16) plötzlich, Pause zu machen. Wir (eine vierköpfige Gruppe, die sich um ihn formiert hat) müssen daher alleine versuchen, weiter zu machen und nicht nachzulassen. Wir schaffen das ganz gut. Trotzdem wird es, wegen der zunehmenden Ermüdung, immer schwerer, das Tempo zu halten. Da ich meinem inneren Schweinehund heute Urlaub gegeben habe, muss es gehen und es geht, auch wenn ich mich da- bei richtig quälen muss (s. Bild unten, kurz vor dem Endspurt).

 

Nach Kilometer 18 taucht unser Zugläufer wieder auf und läuft wieder voran. Er sagt, dass die Nettozeit (seine und die derjenigen, die von Anfang an mit ihm gelaufen sind) 1:58:50 beträgt. Auf den letzten 500 Metern lasse ich etwas nach. Der Schrittmacher wird auch langsamer, da er uns vor lässt. In einem kurzen Endspurt gebe ich nochmal alles, kann aber nur noch unwesentlich zulegen.

Start-Nr. 383 am Ende: uralt
Start-Nr. 383 am Ende: uralt

 

Lächelnd und mit nach oben gereckten Armen laufe ich (wegen des erhofften, aber nicht existierenden Zielfotos) mit einer Netto-Endzeit von 2:00:21 durchs Ziel.

 

Weniger als 2 Stunden sind es leider nicht geworden. Die 22 Sekunden, die ich zu lange unterwegs war (~ 1 Sekunde/km bei 5:46 in der 1. und 5:38 Min./km in der 2. Runde) sind eindeutig den Fehlern beim Start (zu schnell und damit zu kraftaufwändig und zu weit vorne und damit zu weit vom Zugläufer entfernt) geschuldet. Wäre ich nur 22 Sekunden später über die Startlinie gelaufen, hätte ich mein Zeitziel erreicht. Ich bin dennoch zufrieden, da ich mein Ziel nur um Sekunden verfehlt und eine neue persönliche Bestzeit gelaufen bin. Außerdem bin ich wie erhofft zweiter Halbmarathoni unserer Mannschaft geworden. Meine - ein paar Jahr jüngere - Kollegin war 59 Sekunden langsamer als ich.

 

Dass meine Platzierung (M: 435. von 474, AK M50: 59. von 68 ) trotz der deutlichen zeitlichen Verbessserung die bisher schlechteste ist, liegt wohl daran, dass dieser  Lauf durchweg besser besetzt war, als meine bisherigen Halbmarathons. Das (und meine Ergebnisse auf kürzeren Distanzen) zeigen mir aber auch, dass ich auf kürzeren Strecken einfach besser bin, als auf langen. Meine nächsten Läufe werden daher wieder über 10 km gehen. Ich werde versuchen, über diese Distanz eine neue persönliche Bestzeit zu schaffen.