Neustädter Nachtlauf (Hauptlauf über 10 km) am 01.11.

Um Anfang November noch einmal in meiner Region starten zu können, habe ich mich für den Neustädter Nachtlauf entschieden. Beim Hauptlauf sind (lt. Streckenplan im Internet) 7 Runden von je 1.467 Meter Länge (das wären insgesamt über 10,2 Kilometer) zu bewältigen. Offziell sind es exakt 10 km. Obwohl die Strecke mitten durch die Innenstadt führt, ist sie doch recht abwechslungsreich. Der Streckenabschnitt mit Kopfsteinpflaster ist dabei erfreulich kurz. Leider ist auch ein längerer Anstieg dabei, der sich auf insgsamt etwa 700 (= 7 x ca. 100) Meter erstreckt. Dass es danach noch steiler bergab geht, vermag da nur wenig zu trösten.

Beim Start (Foto: Jörg Behrendt)
Beim Start (Foto: Jörg Behrendt)

Wie der Zufall es will, stelle ich mein Auto genau am höchsten Punkt der Laufstrecke ab. Nachdem ich mich dort umgezogen habe, hole ich mir die Startnummer und sehe mir dann die Strecke an. Der lange Anstieg Richtung Nürnberger Tor hat es in sich. Eine neue persönliche Bestzeit ist da nicht drin. Ausserdem habe ich in den letzten fünf Monaten fast keine Bergläufe trainiert. Ich werde dennoch versuchen, die 1. Runde in 7:17 (= 50:59:59 über 10 km) zu laufen und dann sehen, wie es weiter geht. 

 

Obwohl es (mit ca. 6°C) recht kühl ist, müssen 5 Minuten Einlaufzeit ausreichen. An den Start gehen etwa 100 Leute aller Altersklasssen. Ich bin wieder mal fast ganz vorne, um die Differenz zur Nettozeit möglicht klein zu halten. Der Start erfolgt pünktlich. Nach etwa 3 Sekunden unterquere ich das Startband (Bild links). Wie immer habe ich (ganz in schwarz, mit weissem Stirnband, s. gelber Pfeil) Probleme mit dem Starten meiner Uhr.

Anfangs geht es etwas eng zu, da die Gassen nicht besonders breit sind. Es gibt dennoch ausreichend Gelegenheit zum Überholen und die nutze ich bereits in der ersten Runde. Den ersten Anstieg kann ich noch ohne Zeitverlust bewältigen. Das kostet aber Kraft. 4 Sekunden früher, als vorgesehen, sind die ersten rund 1.430 m (errechnet aus einer Streckenlänge von 10.000 m) geschafft. Die zweite Runde ist  schon deutlich langsamer. Ich brauche über eine halbe Minute länger, als für die erste, obwohl ich insgesamt noch flott laufe und auch überhole. Bei den Runden 3 bis 6 habe ich das Gefühl, stetig etwas nachzulassen. Auf die Uhr sehe ich jetzt nicht mehr. Damit die Kraft bis zum Schluss reicht, drehe ich erst in Runde 7 nochmal auf und überhole dort noch mal einen Läufer und eine Läuferin. Hier bin ich mindestens so schnell, wie in der 1. Runde. Es gibt noch mal einen flotten Endspurt, mit dem ich noch bergauf (mehrere hundert Meter vor dem Ziel) beginne.

 

Im Ziel laufe ich nach 53 Minuten und 27 Sekunden brutto (ca. 53:24 netto; 7:38 Min./Runde) ein. Im Nachhinein gesehen bin ich viel zu schnell in das Rennen gestartet. Die geplanten 7:17/Runde erscheinen völlig unrealistisch und ich war hier fast 4 1/2 Minuten langsamer, als bei meinem letzten Lauf - vor rund drei Wochen - in Schwabach. Woher kommt dieser grosse Zeitunterschied?

 

Jedenfalls nicht von einem leistungsmäßigen Einbruch meinerseits. Mit etwas Lauf-Mathematik lässt sich das ganz schnell beweisen: Zunächst ist die Strecke hier rund 500 m mehr länger, als die beim vorangegangenen Lauf in Schwabach. Allein hieraus ergibt sich bereits eine um über 2 1/2 Minuten längere Laufzeit. Damit beträgt die Leistungsdifferenz nur noch rund 2 Minuten. Diese wiederum erklärt sich durch die 7 Anstiege auf der Strecke, die (trotz der jeweils nachfolgenden 7 Bergabläufe) zu einem erhöhten Kraftaufwand und einen entsprechenden Zeitverlust (12 Sekunden/km) geführt haben. Trotzdem hat sich meine Platzierung deutlich verschlechtert. Während ich in Schwabach im Mittelfeld war, war ich hier im letzten Drittel (88% der Finisher vor, 12% nach mir). Das liegt wohl weniger an mir, als daran, dass der Lauf (wie Jörg Behrendt in seinem Bericht festgestellt hat) exzellent besetzt war.

 

Das Allerletzte zum Schluss: Die Neustädter sind für mich die Schwaben unter den Mittelfranken. Man hat bei diesem Lauf an fast an allen Annehmlichkeiten, die anderswo üblich sind, gespart. Zum Beispiel gibt es nur je 1 WC für Männer und Frauen (versteckt in der Neustadthalle, ca. 200 m vom Start entfernt). Und keiner (außer mir, der ich besagtes Örtchen ca. 10 Minuten vor dem Start unbedingt aufsuchen wollte und musste) hat es gemerkt. Die Startgebühr von 8 Euro war - so gesehen - nicht wirklich niedrig.