DAS LAUFJAHR 2013 - Altmühlseelauf (Jedermannslauf über 7,4 km) am 20.07.2013

Nach über einem Jahr mein erster Wettkampf und gleichzeitig ein kleines Jubiläum (mein 25. Lauf)! Endlich! Vor einer Woche war mein Traum vom TV-begleiteten Comeback in Wolnzach wegen einer noch nicht abgeklungen Infektion (leichte Erkältung) geplatzt. Diesmal lasse ich mich nicht einmal durch die zu erwartende Hitze abschrecken. Dass eine Bestzeit da nicht drin ist, ist mir klar. Es geht sowieso mehr darum zu testen, ob ich gesundheitlich fit bin. Mein Zeitziel habe ich mit unter 44 Minuten (= unter 5:57 Min./km) bewusst so gewählt, dass ich nicht unter Erfolgsdruck stehe.

 

Nachmittags sind noch relativ viele Wolken am Himmel, doch als ich gegen 17.15 Uhr in Unterwurmbach ankomme, ist es fast wolkenlos und die Temparatur ist auf ihrem Tages-Höchststand von 29°. 10 Minuten vor dem Start laufe ich mich warm (8 Minuten lang). Überpünktlich - kurz vor 18.20 Uhr - erfolgt der Startschuss. Dann geht es im Zickzack durch Unter- wurmbach und Umgebung bis zum See (den man hinter einem hohen Damm nur erahnen kann) und von da wieder zurück.

Eigene Premiere: Aufzeichnung von GPS-Daten und Herzfrequenz (HF) während des Rennens
Eigene Premiere: Aufzeichnung von GPS-Daten und Herzfrequenz (HF) während des Rennens

Bei fast 30° im Schatten lasse ich es relativ langsam angehen (5 1/2 Minuten für den 1. Kilometer) und (gefühlt) über die Hälfte der Meute überho- len. Immer wieder gibt es schattige Abschnitte. Trotzdem kann ich dieses Tempo (um die 11 km/h) bei der hohen HF (nach 1,1 km hitzebedingt be- reits 95%) nur auf den ersten 3 km halten. An der Wasser- stelle (kurz vor der 1. Hälfte) kippe ich mir das Wasser als Kühlung über den Kopf. Der Körper könnte es bis zum Ziel sowieso nicht mehr verarbei- ten. Ab jetzt wird fast nur in der prallen Sonne (wo es noch um einiges heißer ist) gelau- fen. Einige, die anfangs  zu schnell waren, kann ich (bei durchschnittlich noch über 10 km/h) hinter mir lassen.

 

Nach 4,8 km werde ich erneut langsamer (unter 10 km/h / Pace >6 bis 6 1/2 Min./km). Energiefresser ist die körper- eigene Kühlung. Es bedarf schon sehr großer Willensan- strengung, hier noch einiger- maßen schnell vorwärts zu kommen. Den anderen scheint es allerdings genauso zu gehen, da ich so gut wie nie überholt werde. Auf den wenigen kurzen schattigen Abschnitten werden manche Läuferinnen und Läufer langsamer, nur um die dort niedrigere Temparatur zu genießen. Kurz vor Ende des Laufes spritzt die Feuerwehr sogar Wasser auf die Strecke, allerdings an einer Stelle, die die Läufer des Jedermannslaufs gar nicht erreichen, da sie wenige Meter vorher rechts abbiegen. Ich frage mich, was das soll.

100 m vor dem Ziel überholt mich überraschend noch eine Läuferin, die ich schon mal hinter mir gelassen hatte. Trotz (Mini-)Schlussspurt (mit meiner max. HF von 170/Min.) komme ich (mit 43:12) erst 7 Sekunden nach ihr ins Ziel. Ich nehme meine Finisher-Medaille entgegen, kippe ein isotonisches Getränk hinunter und esse noch ein paar Apfelstücke. Das war's dann.

 

Das Comeback ist gelungen. Ich hatte keinerlei Probleme oder Schmerzen und auf der Rückfahrt im Auto auch keine Muskelkrämpfe. Dass ich am Ende des Mittelfeldes (62. von 98 bei den Männern, 105. von 165 insge-samt) gelandet bin, ist angesichts dessen, dass ich kein Hitzeläufer bin - und bei meinem hohen Gewicht von 77 kg - nicht verwunderlich. Daran muss ich in den nächsten Wochen noch hart arbeiten. Das i-Tüpfelchen, nämlich der Blick auf den Altmühlsee, hat bei diesem Kurzlauf gefehlt. Den habe ich mir danach gegönnt. Ich bin voll zufrieden. Denn bei so einer Hitze habe ich noch nie ein Rennen bestritten und auch im Training habe ich hohe Temparaturen  möglichst vermieden.

 

"Nordbayern.de" sowie "Der Altmühlbote"  hoben in ihren identischen Berichten das Durchhaltevermögen der Teilnehmer hervor:

"Hatten wegen der großen Hitze viele Läufer auf den Halbmarathon verzichtet und dieser von den 444 Startern nur 20 Tribut zollen müssen, gab es beim „Jedermannslauf“ mit 69 fast so viele Nachmeldungen wie letztes Jahr. Über 130 Erwachsene, sechs Jugendliche und 26 Schüler machten sich auf die 7,5 Kilometer lange Strecke, von denen lediglich fünf nicht das Ziel erreichten." "Trotz der großen Hitze hatte es keinen Notfall gegeben und sich auch das BRK gewundert, nicht ernsthaft um Hilfe gebeten worden zu sein."