DAS LAUFJAHR 2013 - Alzauenlauf Trostberg (über 10 km) am 09.11.2013

Vorläufiger Bericht (Stand: 15.11.2013):

 

Nach zweinhalbstündiger Anfahrt (ca. 250 km) komme ich (eine Stunde vor dem Start) an. Gefrühstückt habe ich zwischendurch im Auto (1 Apfel, 3 Bananen und 3 Brezen), vielleicht etwas viel, aber ich hatte Hunger. Das Essen am Vorabend war nicht gerade das, wass man am Tag vor einem Rennen zu sich nehmen sollte (McDonald's).

 

Die Wetterverhältnisse sind (bei 8° Celsius und bedecktem Himmel) aus läuferischer Sicht ideal. Das Warmlaufen (15 Minuten vor dem Start, ca. 8 Minuten lang) verläuft einwandfrei. Ich fühle mich körperlich fit, auch wenn ich momentan mental angeschlagen bin. Beim und nach dem letzten Training vor zwei Tagen (ruhiger Dauerlauf über 40 Minuten) habe ich mich sehr gut gefühlt. Anlaufen möchte ich mit 5:20/km. Ziel ist eine Zeit um 54 Minuten (ca. 70 Sekunden schneller, als beim letzten Lauf). Los geht es im Stadion von Trostberg, wo knapp 2 Runden (nicht 1 1/2, wie vom Veranstalter angegeben) gelaufen werden, bevor es fast eben durch die Alzauen (großteils direkt am Fluß entlang) geht.

 

Ich stelle mich ziemlich weit vorn (5 m hinter der Startlinie) auf. Anfangs empfinde ich das Tempo als zu langsam und überhole ein paarmal, laufe dann mit der Masse mit und werde immer schneller. Nach einem Kilometer habe ich das Gefühl, zu schnell gewesen zu sein und meine eine Zeit von 5:00 auf der Uhr zu sehen (während die spätere Auswertung der GPS-Uhr eine Zeit von ca. 5:22 zeigt). Schlagartig werde ich langsamer. Ich glaube, mich übernommen zu haben. Immer mehr Läufer überholen mich. In der zweiten Hälfte habe ich das Gefühl, noch langsamer zu sein. Das liegt sicher nicht am Laufuntergrund (größtenteils Schotterwege, wie ich sie vom Ludwigskanal her gewohnt bin), auch wenn dieser insgesamt schon etwas bremst.

 

Bei km 5 ist mir klar, dass ich jetzt eigentlich aufgeben könnte, da ich mit Sicherheit langsamer bin, als erhofft. Doch das gibt es bei mir nicht. Bereits ziemlich ausgelaugt kämpfe ich mich durch die zweite Hälfte des Rennens. Nach 56 Minuten und 20 Sekunden komme ich (eher am Ende des letzten Drittels des Gesamtfeldes) ins Ziel. Statt 70 Sekunden schneller war ich rund 60 Sekunden langsamer als geplant. Immerhin bin ich die zweite Hälfte recht stabil gelaufen. Trotzdem hatte ich mir das anders vorgestellt. Was war die Ursache des frühen Nachlassens?

 

Nach den Aufzeichnungen der GPS-Uhr bin ich sehr schnell gestartet und ab 800 m koninuierlich langsamer geworden (bis auf  über 6:00 bei km 2). Danach werden starke Geschwindigkeits- und Höhendifferenzen angezeigt, die so extrem sind, dass sie nicht der Realität entsprechen können. Ab km 5,3 pendelt sich die Pace bei knapp unter 6:00 ein. Rückschlüsse lassen sich hieraus nicht ziehen.


Am etwas schnellen Start allein kann es nicht gelegen haben, eher daran, dass ich mental nicht auf der Höhe war. Gelaufen wird nun mal nicht mit den Beinen, sondern mit dem Kopf. Der steuert alles. Das Einbrechen kann auch eine unbekannte körperliche Ursache haben (was aber eher unwahrscheinlich ist, da ich im Training keine Probleme hatte). Oder habe ich den schnellen Wechsel zum fast alpinen Klima (Trostberg liegt nur 30 km nördlich der Chiemgauer Alpen.) nicht vertragen? Vielleicht hatte ich in der letzten Woche auch zu spät (jeweils einen Tag später, als in meinem Trainingsplan vorgesehen) trainiert, wodurch ein Erholungstag gefehlt hat, was auch zu einer schnelleren Ermüdung geführt haben kann. War die Ernährung vor dem Wettkampf schuld? Viele Fragen, aber keine eindeutige Antwort. Dieser Lauf hat wieder mal gezeigt, dass ein gutes Ergebnis wirklich nur erreicht werden kann, wenn alles stimmt, was hier sicher nicht der Fall war.

 

Noch habe ich die Hoffnung, dass der Silvesterlauf zumindest eine persönliche Jahresbestzeit bringt und damit zur Krönung dieses Laufjahres wird. Der Alzauenlauf war jedenfalls eine gute Vorbereitung darauf.

 

Hier ein Foto von den Stadionrunden (gleich nach dem Start) und die Urkunde (Zum Vergrößern bitte anklicken!):