DAS LAUFJAHR 2013 - München-Marathon (Lauf über 10 km) am 13.10.2013

Als ich nach 1 1/2 stündiger Autofahrt in München ankomme ist es auch dort noch kalt, trüb und regnerisch. Nach dem Abholen der Startunterlagen und dem Besichtigen der Strecke (was insgesamt ca. eine Stunde dauert, da in München alles sehr weitläufig ist), ist bereits erkennbar, dass die Wolken sich auflösen und es ein sonniger Tag wird. Nicht nur die äusseren Bedingungen passen. Ich bin fit und habe die letzten Wochen hart trainiert (davon eine Woche nur Fahrradfahren wegen leichter Erkältung). Auf dem Weg vom Parkplatz zum Start laufe ich mich warm. Da ich den Startbereich erst zwei Minuten vor dem Start erreiche, schaffe ich es nicht mehr, mich ganz so weit vorne aufzustellen, wie ich möchte. Ich bin mir trotzdem sicher, dass ich auf jeden Fall schneller sein werde, als bei meinem letzten Rennen vor vier Wochen. Das ist auch mein Minimalziel. Im Stillen hoffe ich natürlich, dass der Zeitunterschied mehrere Minuten beträgt.

 

Start ist (um 10.45 Uhr) am Rand des Olympiaparks (in der Ackermannstraße). Die golden leuchtenden Blätter der Alleebäume links und rechts der Strecke bilden einen wunderschönen Kontrast zum strahlend blauen Himmel. Da es mitten durch die Stadt geht, werfen die Häuser größtenteils genug Schatten, um ein Aufheizen durch die Sonne zu verhindern. Es geht Richtung Südosten (nach Schwabing), vorbei am Siegestor, nach 4 km wieder zurück und noch

zwei Kilometer weiter bis ins Olympiastadion. Da der Asphalt anfangs noch nass ist, ist die Strecke ziemlich schnell. 

 

Bei der Masse von fast 3.000 Läuferinnen und Läufern geht es, trotzdem anfangs sehr zäh voran und sehr eng zu. Es sind viele Langsame vor mir, so dass ich den ersten Kilometer erst nach 5 Minuten und 35 Sekunden geschafft habe. Von da an wird es lichter und ich kann besser überholen. Bis fast bis zum Schluß gelingt es mir, Läufer einzusammeln. Selbst werde ich nur sehr selten überholt. Die letzten 1.500 m werden allerdings hart, da jetzt auch die Kraft nachläßt. Der Abschnitt von Kilometer 8,7 bis 9,6 ist (lt. GPS-Uhr) mein langsamster. Hier geht leicht bergauf und es gibt auch keinen Schatten mehr. Durch einen Tunnel unter der Zuschauertribüne (ausgestattet mit bunten Lichteffekten) gelangen wir ins Stadion, das fast ganz umrundet werden muss. Kurz vor dem Ziel überholen mich noch ein paar ganz Schnelle, die wohl noch mehr Reserven haben. Das obwohl ich - nach den gemessenen Werten - am Schluß schneller geworden bin.  

 

Erst als ich im Ziel bin, kann ich das ganz besondere Flair dieses geschichtsträchtigen Ortes richtig geniessen. Das durch- sichtige, scheinbar schwebende Stadiondach, der weißblaue Himmel und das Grün des Rasens und der Sitze bilden eine einmalige Kombination, die selbst auf den endorphingedopten Läufer noch eine zusätzliche euphorisierende Wirkung hat.

 

Alkohlfreies Weißbier und Brezen machen das Glück perfekt (Es hätte mich nicht gewundert, wenn es auch noch Weißwürste gegeben hätte!). Ich lasse mir danach eine Banane schmecken. Als Zugabe nehme ich noch einen Apfel und diverse Milchmischgetränke mit. Beim Verlassen des Stadions sehe ich noch den neuen (noch gar nicht käuflichen) Elektro-BMW im Stadion fahren, der als Begleitfahrzeug eingesetzt wurde.   

 

Darüber, dass ich mir in die Finisher-Medaille den Namen und die Zeit eingravieren lassen konnte, war ich gar nicht so glücklich. Schließlich war ich deutlich langsamer, als noch 2011 und musste für diesen Service auch 8 Euro berappen (insgesamt - incl. Rücktrittsversicherung - sogar 54 Euro). Mein bisher teuerster Lauf, aber auch einer der schönsten.

 

Icb bin schneller gewesen, als zuletzt in Neumarkt (auf 10 km gerechnet insgesamt 1 Minute und 10 Sekunden). Bei einer Nettozeit von 55 Minuten und 17 Sekunden kann ich mit meinen Platzierungen im Mittelfeld (M: 905./1572, AK: 42./96) sehr zufrieden sein. Wieder bin ich (wie vier Wochen vorher in Neumarkt) zu weit hinten gestartet (Differenz zwischen Brutto- und Nettozeit jeweils ca. 2 Minuten) wodurch ich ich nicht von Anfang an Höchstleistung bringen konnte. Wohl deshalb war für mich dieser Wettkampf (bis auf die letzten 1.500 m) mehr ein Genußlauf, als ein Rennen. Da ich schon dieses Mal recht gleichmäßig gelaufen bin, wird es - auch bei optimalen Startbedingungen - beim nächsten Rennen (in 4 Wochen) schwer sein, nochmals deutlich schneller zu werden. 

 

Hier noch Fotos und Urkunde (Zum Vergrößern bitte anklicken!):