DAS LAUFJAHR 2014 - Firmenlauf Nürnberg (über 6,1 km) am 22.07.

Noch zwei Monate vorher hätte ich es für unmöglich gehalten, bereits im Juli wieder einen Laufwettbewerb zu bestreiten. Und doch geschah das Wunder. Die Möglichkeit, am Firmenlauf in Nürnberg teilzunehnmen hat wohl meine Selbstheilungs- kräfte hyperaktiviert. Ein vierzehntägiger Urlaub im Juni (ohne Fahrradtraing) hat sich besonders positv ausgewirkt, so dass danach die Schmerzen im Fuß fast verschwunden waren. Pünktlich am Tag des Rennens war ich so fit, dass ich es wagen konnte, meinen lädierten Fuß einer solchen Belastung auszusetzen. Ein Testlauf (zwei Tage vorher, über 6,3 km) war positiv verlaufen. Die am nächsten Tag auftretenden Schmerzen waren nur noch gelegentlich und sehr diskret zu spüren gewesen.

Kurz nach dem Start
Kurz nach dem Start

Durch tägliches Fahrradtraining (ausgenommen im Urlaub) hatte ich mich einigermaßen fit gehalten. Natürlich war mir klar, dass das kein Ersatz für das fehlende Lauftrainig war. Nach vier Monaten Laufpause sind einfach große Defizite vorhanden, die sich im Rennen in einer entspechend schlechten Zeit bemerkbar machen müssen. Unter optimalen Bedingungen und in Topform hätte ich die Strecke (wie beim Stadtlauf 2011) in einer Zeit um 30 Minuten schaffen können. Nur waren die Bedingungen diesmal nicht so. Es war feuchtwarm und durch das fehlende Training war es mir un- möglich, überhaupt in wirklichem Renntempo zu laufen. Als Ziel setzte ich mir eine Zeit unter 40 Minuten. Ein Zugläufer als Lokomotive kam diesmal nicht in Betracht, da die Gefahr der Überlastung zu groß gewesen wäre. 

 

Da sich das Feld am Start stark verengte, entstand ein Nadelöhr, das zu einer Wartezeit (nach dem Startschuss) von ca. 45 Minuten führte. Ich versuchte, es nicht zu schnell anzugehen (da man trotz schlechter Form kurz nach dem Start zu schnell sein kann) und begann sehr konzentriert (siehe Bild) so dass ich fast durchweg auf Ideallinie blieb. Allerdings gab es immer wieder Hindernisse (Walker und Nordic-Walker, extrem langsame Läufer, Verengungen), die etwas bremsten. Es war schwierig, das Tempo nach Überwindung einer solchen Beeinträchtigung wieder zu erhöhen. Durch die feuchtwarme Luft schwitzte ich noch stärker, als sonst und das kostete zusätzliche Zeit. Hinzu kam, dass ich zwischendurch auch mal einen kleinen Durchhänger hatte. Auf dem letzten Kilometer wurde ich wieder schneller und habe immer mehr überholt. Und das obwohl ich seit Kilometer 4,5 einen Schmerz in der linken Gesäßhälfte spürte.

Nach 37 Minuten und 39 Sekunden war ich im Ziel und zufrieden, da ich mein Zeitziel deutlich unterboten hatte. Vom Tempo her war das nicht mehr, als ein zügiger Trainingslauf. Dennoch war ich im Ziel (bedingt durch die fehlende Vorbereitung) ganz schön ausgelaugt, erholte mich aber schnell. Nach einem kohlensäurelosen Wasser, einem Apfel und dem Abholen meiner Medaille machte ich mich dann (gegen 21.30 Uhr) auf den Weg nach Hause.

 

Am nächsten Tag zeigte sich das fehlende Training in Form eines Muskelkaters und zusätzlicher Schmerzen im linken Bein, die wohl daher rührten, dass ich in den letzen 4 Monaten (wegen der Schmerzen im Fersenbereich des linken Fußes) das Bein weniger belastet hatte. Dadurch kam es zu muskulären Dysbbalancen mit Überlastung und nachfolgenden Schmerzen.

 

Insgesamt schafften es bei den (durch die feuchtwarme Witterung) nicht ganz einfachen Bedingungen von unserer Firmen-Mannschaft (incl. Nordic-Walking) 103 Personen bis ins Ziel (61 Frauen und 42 Männer). Für mich überraschend: Auch Nordic-Walker können schnell sein, denn  vier unserer Läufer kamen erst nach unserem besten Nordic-Walker über die Ziellinie. Frauen sind - wegen des erhöhten Körperfettanteils - insgesamt langsamer als Männer. Bei unserem Team war davon nicht viel zu spüren. Unser zweitbester Läufer war nur 24 Sekunden schneller, als die schnellste Läuferin. Bei den Damen waren die Nordic-Walkerinnen nicht nur zahlenmäßig stark vertreten. 3 von ihnen marschierten zusammen mit unserem besten Nordic-Walker bis ins Ziel, waren also ebenfalls schneller als unsere vier Schlussläufer.

 

Für mich nicht überraschend war, dass einer der ältesten männlichen Teilnehmer unseres Teams (nämlich ich) im firmeninternen Mittelfeld (als 24. von 39 Läufern) landete und das ohne Lauftraining. Ausschlaggebend ist bei Untrainierten - und da waren sicher einige dabei - nicht das Alter, sondern die Grundfitness. Die hatte ich mir durch mein hartes Fahrradtraining trotz monatelanger Verletzungspause bewahrt. Hinzu kommt bei mir, dass ich genügend Erfahrung hatte, um mir meine Zeit richtig einzuteilen. Einige blieben sicher unter ihren Möglichkeiten, weil sie - angesteckt von der Menge - zu schnell los gerannt sind und dann Mühe hatten, bis zum Ende durchzuhalten. 

 

Eine genaue Firmenplatzierung lässt sich leider nicht ermitteln, da eine Aufteilung in etliche Einzelteams erfolgt ist. Wichtiger als die Platzierung war, dass alle Spass hatten und ein ganz neues Gemeinschaftsgefühl kennen gelernt haben.

 

Zielfoto, Streckenverlauf (mit Geschwindigkeitsdiagramm) und eigene Urkunde (oben) und Impressionen (unten)

 (zum Vergrößern bitte anklicken):